19.10.2011
Neue Kaimauer für den Hafen Riesa
In einer vierzehnmonatigen Bauzeit und mit einem Investitionsvolumen von ca. 4,8 Millionen Euro baut die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) eine neue Kaimauer im Hafen Riesa an der Elbe.
In dem Hafenteil "Alter Hafen", der seit über 120 Jahren besteht, wird auf einer Länge von etwa 540 Metern eine neue Stahlspundwand vor die bestehende Schwergewichtsmauer gerammt. Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Errichtung der neuen Kaimauer ist eine wesentliche Voraussetzung zur nachhaltigen Steigerung des Güterumschlages auf die umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße im Hafen Riesa. "Der Hafen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Premiumstandort mit weltweiter logistischer Anbindung entwickelt. Zweistellige Wachstumsraten haben die vorhandenen Kapazitäten ausgelastet", sagt SBO-Geschäftsführer Kapitän Detlef Bütow. "Um den Anforderungen der hafenaffinen Wirtschaft auch in Zukunft entsprechen zu können und eine nachhaltige Entwicklung der Verkehrsanbindung der Region zu gewährleisten, ist die Sanierung der Kaianlage dringend notwendig."
Mit der Hülskens Wasserbau GmbH & Co. KG aus Wesel hat die SBO einen kompetenten Partner für die Baumaßnahme gefunden, der bereits 2011 im Hafen Riesa tätig war. Auf einer Länge von etwa 540 Metern wird Hülskens Wasserbau rund 540 Spundwandbohlen in den Grund des Riesaer Hafenbeckens rammen. "Die Stahlspundwand wird etwa einen Meter höher sein als die alte Kaimauer", erklärt Hülskens Wasserbau-Geschäftsführer Thomas Groß. "Dadurch wird das Gefälle zwischen Kaimauer und Hafenfläche ausgegelichen, sodass eine gleichmäßige Betriebsebene entsteht."
Die Investition der SBO ist ein weiterer Schritt zur Optimierung der logistischen Prozesse im Hafen Riesa. Mit dem Bau der neuen Kaimauer wird die umfassende hafentechnische Erschließung des südlichen Hafengebietes "Alter Hafen" ermöglicht. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um die vorhandenen wertvollen Umschlags-, Lager- und Ansiedlungsflächen einer hafentypischen Nutzung zuzuführen. Um dem prognostizierten Containerwachstum im Seehafenhinterlandverkehr zu entsprechen, ist die Verlagerung und Erweiterung des bestehenden trimodalen Containerterminals vorgesehen. Der seit Mai 2005 im Riesaer Hafenteil "Neuer Hafen" auf dem Nordufer bestehende Terminal ist mit einem jährlichen Umschlag von über 41.000 TEU (Standardcontainern) ausgelastet. In Zusammenarbeit mit der TFG Transfracht wurden seit der Eröffnung des Terminals mehr als 155.000 TEU in die Region um Dresden transportiert. Täglich verbindet das TFG Zugsystem den Terminal Riesa mit den deutschen Seehäfen Bremerhaven und Hamburg. "Wir freuen uns, dass die SBO mit dem Bau der neuen Kaimauer die Voraussetzung zur Erweiterung des bestehenden Containerterminals schafft", kommentiert TFG-Geschäftsführer Gerhard Oswald. "Durch unsere jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit erhalten die ex- und importierenden Unternehmen vor Ort bereits heute mit dem AlbatrosExpress einen direkten und zuverlässigen Zugang zu den deutschen Seehäfen, den wir auch in Zukunft zusammen mit der SBO ausbauen wollen."
